OPERATIONSMETHODEN


Leistenhernie Shouldice
Hier wird das Prinzip des Bruchlückenverschlusses mit körpereigenem Gewebe verfolgt. Über Jahrzehnte die häufigste Operation überhaupt, ausgehend von der sog. Shouldice–Klinik in Kanada. Mit zwei fortlaufenden Nähten wird in insgesamt vier Nahtreihen die Hinterwand des Leistenkanals plastisch verstärkt. Die Ergebnisse sind abhängig von der Größe der Bruchlücke. Bei kleinen Defekten unter 3 cm sind die Ergebnisse mit Rezidivraten von ca. 1,4 % hervorragend. Größere Defekte weisen Rezidivraten von 3,5 – 5 % auf.

Lichtenstein
Die offene Hernienreparation nach Lichtenstein war weltweit das am häufigsten angewandte Verfahren der letzten Jahre. Die Bruchlücke wird im Rahmen einer Onlay-Plastik mit einem Kunststoffnetz bedeckt und dadurch verschlossen. Der Eingriff kann mit einem Verschluss der Bruchlücke durch Naht kombiniert werden. Die Ergebnisse sind mit Rezidivraten unter 5 % hervorragend.

Narkoseverfahren / Betäubungsverfahren
Alle bis hierhin aufgeführten Operationsverfahren lassen sich in allgemeiner (Vollnarkose) oder in örtliche Betäubung durchführen. Dies wird nach medizinischen Gesichtspunkten, Komfortüberlegungen und Wunsch des Patienten entschieden.

Schenkelbruch
Der Defekt kann über einen Zugang oberhalb oder unterhalb des Leistenbandes verschlossen werden. Normalerweise ist eine Operation mit körpereigenem Gewebe ausreichend. In Einzelfällen kann auch hier die Verstärkung der Bauchdecke mit künstlichem Material notwendig sein.

Nabelbruch, epigastrischer Bruch

Es handelt sich um einen Eingriff, bei dem eine Bruchlücke am Nabel oder in der Bauchmittellinie verschlossen wird. Manchmal sind hier schon über Jahre kleinere Anteile des Bauchfells in der Bruchlücke fest eingewachsen. Die Bruchlücke wird bei einem Durchmesser unter 3 cm durch Nähte verschlossen. Liegt ein größerer Defekt vor, sollte die Bauchdecke mit einem Kunststoff-Netz verstärkt werden, um das Risiko eines Rezidivs zu senken.

Narbenbruch
Da hier von einer gestörten Narbenbildung ausgegangen werden muss, ist die alleinige Versorgung des Defektes mit körpereigenem Gewebe nicht erfolgversprechend. Vielmehr kann eine langfristige Stabilität nur erreicht werden, wenn die Bauchdecke mit einem Kunststoff-Netz verstärkt wird. Um einen hohen Schutz vor einem Rückfall-Bruch zu erreichen, muss das Netz die alte Narbe in alle Richtungen um mindestens 5 cm überlappen. Daher sind diese Operationen nur in Vollnarkose oder rückenmarksnaher Narkose durchführbar.

Risiken und unerwünschte Folgen der Leistenbruchoperation:
Komplikationen sind bei Leistenbruchoperationen selten: Wiederholungsbruch: unter 5 %;
dauerhafte Nervenstörungen: unter 2 %; Wundinfekte: unter 1 %; Hodenschädigung: unter 1 %;
Thrombose und Embolie: unter 1 %; Medikamentennebenwirkung und allergische Reaktionen: unter 1 %; Blasenentleerungsstörungen bei örtlicher Betäubung 0,1 %.